Markus Oeffinger
Kurze Werkbeschreibung
In meinen Bildern gibt es, wie auch schon in den früheren Arbeiten, ein intensives Zusammenspiel von einem figürlichen, erzählerischen Teil und großen abstrakte Bildpartien. Eines der wichtigsten Elemente ist das „Strichobjekt“. Eine abstrakte Form, die in Ihrer Wirkung jedoch eine dreidimensionale Objektwirkung besitzt. Dabei verdeutlicht es in seiner Entstehung am besten die Idee des gebändigten Chaos, wie es das Leben und die uns umgebende Welt ist. In den neueren Arbeiten kommen als weitere Ebene Figuren hinzu, die räumlich von den Protagonisten getrennt sind und auf einen möglichen Ausgang der „Geschichte“ hinweisen oder scheinbar mit dem Betrachter Kontakt aufnehmen um das Dargestellte zu bewerten.
Meine Protagonisten „auf der anderen Seite“ befinden sich im Zuge einer Handlung, der etwas vorangegangen, oder der unweigerlich etwas folgen wird. Dieser "Schnappschuß" in dem die Handelnden sich befinden sollte vom Betrachter definiert und/oder beurteilt werden können. Im Grunde stelle ich "die Notwendigkeit" als Zustand in Frage. Wie zum Beispiel in Pflanzer“ oder „Rettung“. Im Idealfall ist für den Betrachter die innere Unentschlossenheit der dargestellten Figuren sichtbar. Unsicherheit ob der Notwendigkeit der eigenen Handlung in dieser zerbrechlichen Wirklichkeit.
Eine Flut optischer Reize strömt pausenlos auf uns ein. Heute kann alles Bildgegenstand, Bildthema sein. Es gibt keine Trennung zwischen banaler, kleiner und erhabener, großer Welt. Unsere Zeit ist eine Zeit der Beschleunigung, d.h. aber auch eine Zeit der Beschleunigung in der Produktion von Ruinen. Es geht zwar unumgänglich dabei um Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und um die Fragmente des Archäologischen, aber das Wissen darüber, daß, was wir heute als Realität erleben, morgen schon zur Ruine werden kann, ja was noch in Produktion schon zur Ruine umschlägt, also das Fragmentarische unserer Gegenwart, macht das Hauptthema meiner Arbeit aus. Machen wir uns den Zustand unserer Gegenwart klar, sollten wir beginnen, jede unserer Handlungen kritisch zu hinterfragen und genau dies tun die Handelnden in meinen Bildern.
Und natürlich ist auch das Bild als Gegenstand ein Resultat einer Handlung, deren Notwendigkeit man als Maler quasi vor jedem Pinselstrich hinterfragen sollte. Deshalb gibt es auf jedem Bild große Partien, die schlicht auf den malerischen Arbeitsprozess hinweisen.
Markus Oeffinger


