Galerie kunstradar
Oberbilker Allee 6, 40215 Düsseldorf
Geöffnet: Do+Fr 10-19h, Sa 13-16h
Wegbeschrebung
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Vanja Vukovic bei "kunstradar"
Rheinische Post, Düsseldorf, 17. April 2009
Die junge Fotografin Vanja Vukovic zeigt ab heute ihre Arbeiten in der Galerie kunstradar, Oberbilker Allee 6. Unter dem Titel "Ich ist ein Raum" präsentiert die Frankfurterin Biler, die zwischen Architekturfotografie und Portraitstudien changieren. "Auf diese Weise betrachtet Vukovic das Icha ls einen Raum, in dem sich Gleichzeitiges, Ungleichzeitiges, Individuelles und Gesellschaftliches wieder findet", sagt Sonja Lehnert, die Vukovicvor kurzem in das Portfolio von "kunstradar" aufgenommen hat.
"Nur eines fehlt in den Bildern von Vukovic: Leere", fügt Lehnert hinzu. Nach der heutigen Vernissage ist die Ausstellung bis zum 27. Juni zu sehen. Am 9. Mai ist die Galerie bei der "Nacht der Museen" dabei.
Vier Spuren Gemütlichkeit - Oberbilker Allee
Rheinische Post: 29.09.2008, von Christian Herrendorf
Düsseldorf (RPO) - Trotz des enormen Verkehrs hat sich die Oberbilker Allee auf den ersten Metern zu einem Lieblingsziel für Studenten, Ex-Studenten und Paare um die 30 entwickelt.
Wenn die Oberbilker Allee eine Frisur wäre, hätte sie in der Stirn nur ein paar Strähnen und im Nacken mächtig Matte. Die Oberbilker Allee ist der Asphalt gewordene Vokuhila (vorne kurz, hinten lang). Auf den ersten paar Metern sehr gut besucht, ab der ersten S-Bahn-Brücke und bis zu ihrem fernen Ende nur noch sehr gut befahren. Auf den ersten Metern gibt es gleich drei Lieblingsziele der landeshauptstädtischen Studenten und Ex-Studenten (Café Knülle, Konvex und Pitcher) und eine Reihe von Kreativen, die eine Galerie, ein Modegeschäft oder einen Verein eröffnen. Der Friedrichstädter Teil der Oberbilker Allee bietet, wofür der Hafen vor vielen und Flingern vor einigen Jahren stand: echte Subkultur, unaufgeregte Trendverweigerer, charmante Verrückte.
Die Oberbilker Allee lebt zwischen Aufbruch und dem gut Ding, das Weile haben will. Mit der Entdecker-Galerie Kunstradar und der Bar Konvex sind in den vergangenen elf Monaten zwei neue Läden entstanden, dem Subkulturverein „Damenundherren“ fallen immer wieder neue Aktionen ein wie das Tischtennis-Turnier „Pingpong-andpogo“, Café-Knülle-Chefin Nadia Kömmling plant, den Innenraum zu verdoppeln und mehr Speisen anzubieten. In den Seitenstraßen entdecken Paare um die 30 schöne und noch bezahlbare Altbauwohnungen, Kinderwagen gehören inzwischen zum vertrauten Bild wie Zweite-Reihe-Parker und Dritte-Reihe-Raser.
Umfeld erledigt den Rest
Dass die Oberbilker Allee aber zum überlaufenen Treffpunkt gestylter Trendjäger wird und die Mieten in unschöne Höhen klettern, steht nicht zu befürchten. Dafür gibt es zu wenig Platz, denn die S-Bahn-Brücken und die breiten Hauptstraßen zerschneiden die Allee so, dass die Entwicklung auf die ersten Meter begrenzt bleibt.
Das lehrt auch die Geschichte: Das Knülle ist seit 20 Jahren Treffpunkt der Nachbarschaft von Studenten bis zu den Besuchern des Rehazentrums, die Pizzeria gegenüber gibt es schon ewig, das Pitcher hieß zwar mal anders, ist aber wie eh und je die Heimat des Rock‘n‘Roll. Den Rest Anziehung erledigt das Umfeld, der nahe Volksgarten oder die ersten Ecken von Bilk.
Die Oberbilker Allee wird deshalb immer eine Straße sein, an der der Vokuhila zugleich als Trendfrisur und als ein sehr seltsamer Haarschnitt gilt.
Heimat auf der Leinwand
von Holger Lodahl, Rheinische Post
Mit dem Begriff "Heimat" dürften die meisten Menschen Familie und häusliche Idylle verbinden. "Home sweet home" sagen die Amerikaner, wenn sie nach Hause kommen und sich auf ihre Liebsten freuen. Die Künstlerin Gesine Kikol hat sich dieses Ausdrucks angenommen und stellt ihre Bilder zurzeit in der Galerie kunstradar aus.
Wer aber in der Ausstellung malerische Landschaften, warme Stuben oder Familienportraits erwartet, wirt enttäuscht. Den in ihren Arbeiten stellt Kikol das Thema Heimat in einem ganz neuen Licht dar. Die Absolventin der Kunstakademie Düsseldorf reiste nach Finnland und machte zahlreiche Fotografien, die sie als Vorlage für ihre Malerei benutzt. So bekommen die Betrachter Berge und Täler mit idyllisch wirkenden Hütten zu sehen.
Doch der erste Blick täuscht. Zahlreiche Elche liegen in einem unregelmäßigem Abstand um das Holzhaus verteilt und strecken leblos ihre Beine nach oben. Auch die Berge haben nichts von beschützender Heimat. Durch das gekleckst aufgetragene Weiß machen sie eher den Eindruck, als würden sie jeden Moment explodieren und die Landschaft unter sich begraben.
Oma auf Riesenpilzen
Zudem wirkt das Motiv "Elchkopf" - ein abgeschlagenes Tierhaupt in Neongrün - eher wie ein Bild aus einer Gruselgeschichte und untermauert den Eindruck, Kikol wolle mit ihren Arbeiten den Begriff Heimat karikieren. "Aber nein", sagt sie und winkt ab. "Ich liebe die finnische Landschaft und die Kultur des Landes." Doch sie wolle mit ihrer Arbeit etwas Eigenes schaffen, denn: "ich bin ja keine Postkartenmalerin. Die Realität wird von mir in eine ganz andere Richtung gerückt."
Nicht nur das Motiv des Elchkopfs wirkt makaber. Auch die weiteren Arbeiten verraten, dass Kikol die Bedrohung zum Thema werden lässt. "Oma auf Riesenpilzen" heißt ein weiteres Exponat, auf dem die titelgebende Großmutter zwar noch bei guter Gesundheit scheint. Doch ihr Aufenthalt auf dem giftigen Waldgewächs scheint unsicher: Collagenhafte Farbkleckse und chaotisch wirkende Pinselstriche haben die zierlich wirkende Pilze umzingelt, so dass der alten Dame kein Ausweg zur Flucht mehr bleibt.
Ganz ernst gemeint ist die auf vielen Bildern zu sehende Bedrohung nicht. Kikol gibt den Bildern eine spielerische Note, indem sie die Motive mit Rahmen umgibt. Diese erinnern mit ihren zahlreichen Ornamenten und Verzierungen an gehäkelte Spitzendeckchen. "Das soll dem Bild etwas Humor verleihen und einen Kontrast zur Bedrohung bilden", sagt die Künstlerin. Doch statt in feinem Weiß leuchten die Rahmen in tiefem Rot. "Ich will ja nicht nur kopieren. Das ist doch das Schöne an der Malerei: Man kann alles machen."
Der Elch ist tot
von Regina Matthes, Coolibri im Juli 2008
Fell- und Federvieh, das auf dem Rücken liegend seine Extremitäten in die Höhe streckt, gilt gemeinhin als aller Wahrscheinlichkeit nach tot. Auch in den die landschaftlichen Schönheiten nordischer Natur beschreibenden Arbeiten von Gesine Kikol liegt gerne mal ein Tier auf diese Art herum. Und während bei Motiv "Elchkopf" die nach dem Abschuss majestätisch präparierte Beute längst eine waldgrüne Wand zu schmücken scheint, liegt unter dem verharmlosenden Titel "Finnische Landschaft" gleich eine ganze Herde toter Artgenossen wie den Schnee durchtrennendes Gestrüpp vor dem Hochsitz auf dem Rücken.
Doch nicht nur die Fauna wird in Kikols Malerei menschlicher Gewalt ausgeliefert. Auch den Menschen setzt sei im Gegenzug indirekt, aber schonungslos, den Naturgewalten aus. So scheint die Schutz bietende "Schneehütte" nur bedingt dem Wetteransturm zu trotzen und unter Schneemassen begraben nicht sonderlich stabil. Über dieser scheinbaren Idylle dräut ein mit expressiven Pinselschwüngen aufgetragener Himmel. Eine unsichtbare Sonne wirft bedrohlich glutrote Farbreflexe in das spannende, aber wenig heimelige Szenario. Nicht wirklich "Home sweet home", wie der Titel der Schau im Düsseldrofer Schauraum kunstradar irreführend verspricht.
2006 residierte die 1976 in Bergisch Gladbach geborene Wahl-Düsseldorferin für zwei Monate im finnischen Tampere. Aber gewiss wurden diese metaphorisch aufgeladenen Motive auch durch einen Studienaufenthalt in nordatlantischen Gefilden geprägt, den Kikol mit dem Malerei-Diplom zum Thema "Das Licht und die Formen Islands" abschloss. Auch als Gasthörerin bei Prof. A.R. Penck und Daniel Richter oder bei der Gründung des temporären Projektraums "Front" in Leipzig zeigt sich die Meisterschülerin von Professor Jörg Immendorff, die 2006 ihr Studium an der Akademie abschloss, auf allen Wahrnehmungsebenen mobil. In der Soloschau zeigt Gesine Kikol Malerei und Zeichnungen.
22 Start-Ideen für Ihren Erfolg
Gründerzeit Online, Impulse, März 2008
4. Rund um die Kunst
Die Firma Kunstradar von Sonja Lehnert berät ihre Kunden bei der Auswahl von Kunstwerken. Der Ankauf erfolgt über ihre eigene Galerie. Zudem organisiert die Düsseldorferin zusammen mit jungen Künstlern Ausstellungen. "Wenn die Auftragsbücher weiter so gut gefüllt sind, benötige ich bald Verstärkung", ist sich Lehnert sicher, die ihre Firma als Einzelunternehmerin gestartet hat.
www.kunstradar.de
Startkapital: 20.000 Euro (Korrektur durch kunstradar: Startkapital: 35.000 Euro)
kunstradar
Prinz: "Friedrichstadt: Im Verein ist es am schönsten. Die besten Adressen", April 2008
Kunstradar
Oberbilker Allee 6, Düsseldorf
Tel. 0211/171 38 02
Die auch im Bereich Art Consulting aktive Galerie zeigt im August unter dem Titel "Home Sweet Home" Malerei und Objektkunst von Gesine Kikol.
Öffnungszeiten Do/Fr 10-19, Sa 11-16 Uhr u.n.V.
Web-Adresse www.kunstradar.de